Glossar

Edouard (1874-1959) und Marcel Schenck

Der Erfolg der Firma Simonet auf dem Gebiet der Beleuchtung beruhte auf der Partnerschaft von Albert Simonet mit dem Bildhauer und Glasküsntler Henri Dieupart. Charles Simonet dürfte nur in der Geschäftsleitung oder als stiller Teilhaber in Erscheinung getreten sein.

Albert Simonets erste Lampen bestanden hauptsächlich aus Bronze. Erst in Zusammenarbeit mit Dieupart wurde die Bronze immer mehr durch Glas ersetzt. Von 1933 an dominierte nur noch hervorragend ausgeführtes Pressglas. Bronze trat, wenn überhaupt, dann nur noch in Form kaum sichtbarer Halterungen in Erscheinung. Die Firma, von >Mobilier et Décoration< zwischen 1924 und 1931 durch viele Artikel lanciert, nahm erfolgreich an fast allen wichtigen Ausstellungen teil: 1924 im Marspavillon und im Großen Beleuchtungswettbewerb, 1925 an der Internationalen Ausstellung, 1931 an der Ausstellung für zeitgenössische Dekorationskunst, 1934 am zweiten Salon du Luminaire. Bereits 1924 erhielt Simonet fünf der zehn Hauptpreise, die bei einem Wettbewerb der Elektrizitäts-Union ausgeschrieben worden waren, und es regnete lobende Erwähnungen für die Vielfalt seiner Beleuchtungsentwürfe, die Wohnungen jeglichen Lebensstandards gerecht wurden.

Die Aufgabenteilung zwischen Simonet und Dieupart scheint klar abgegrenzt gewesen zu sein. Simonet war der Theoretiker und Designer<, er wertete alle neuen photometrischen Ergebnisse der französischen Labors für seine Entwürfe aus und legte seinen Lampen >Nutzungskoeffizienten< zugrunde, die Größe, Farbigkeit und gewünschte Helligkeit der späteren Räumlichkeiten berücksichtigten. Sie wurden rechnerisch, psychologisch und wissenschaftlich ermittelt. Dies bestärkte auch seine Auffassung, dass das Glas bei moderner Beleuchtung vorherrschend sein solle, und stellte Dieupart als Glaskünstler in den Mittelpunkt.

Dieupart führte alle Entwürfe Simonets in Glasguss aus. Hochwertige Glasgüsse erzielte er, indem er das Glas mit Pressluft in die Form drückte. Er verzichtete auf leuchtende Farben und ließ das Glas meist ungefärbt. Nur gelegentlich, wenn es der von ihm errechnete >Nutzungskoeffizient< erforderte, strebte er ein feines Grau, einem violetten oder schillernden Farbglanz auf der Oberfläche an. Seine Schmuckmotive mit meist aufstrebenden Linien hatten nicht nur einen dekorativen Sinn, sondern dienten auch einer optimalen Lichtausnutzung.

Das Produktionsprogramm reichte von großen Lüstern, Deckenleuchten, Appliquen- die oft zu illuminierten Friesen und Gesimsen zusammengestellt wurden-, bis zu Tischlampen mit Bronzefuß und durchsichtigem Porzellanschirm, die er in Zusammenarbeit mit G.Henry schuf. Am Anfang beherrschten florale Motive – Winden, Disteln, Farne, Mondviolen, Chrysanthemen, Hortensien, Lilien und Margeriten – die Produktion, im Laufe der dreißiger Jahre dominierten dann geometrische Rauten-, Rhomben- und Schachbrettmuster. Die Lobeshymnen der Zeitschrift >Mobilier et Décoration< scheinen berechtigt, zumal es nahezu allen Konkurrenten außer Lalique an der hier vorgetragenen Virtuosität und Eleganz fehlte.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S.184-185

Bild: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, Bild 131

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