Glossar

Emile-Jacques Ruhlmann

(1879-1933)

Schon seine erste Ausstellung 1913 im Herbstsalon brachte Emile-Jacques Ruhlmann den Ruf ein, der beste Kunstschreiner seiner Zeit zu sein. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete er die Firma Ruhlmann und Laurent, die bis zu seinem Tode, 1933, die von ihm entworfenen Luxus-Möbel und Objekte herausbrachte. In seinen Entwürfen ließ er sich von der großen Tradition des 18. Jahrhunderts anregen. So waren seine Arbeiten von Eleganz, höchster Qualität und technischem Raffinement geprägt. Seine handwerklich preziös ausgeführten Möbel aus Tulpenholz, Amboyna, Wurzelnuss, Makassar-Ebenholz und Akazie mit Intarsien aus Elfenbein und Lack von Jean Dunand waren so exquisit, dass viele andere Firmen schon bei den ersten Versuchen, sie zu kopieren, scheitern mussten.

Ruhlmanns Lampenentwürfe sind zusammen mit seinen Möbelentwürfen in dem von Léon Moussinac 1924 herausgegebenen Buch über Ruhlmanns Skizzen veröffentlicht worden. Seine Lampen bestehen aus Alabaster-, Damastseiden- und Kristallglasschirmen auf kostbaren Marmor-, Mosaik- oder versilberten Metallsockeln. Einen Teil davon konnte man in Ruhlmanns Hôtel du Collectioneur bei der Internationalen Ausstellung von 1925 und auf den Ozeandampfern >Atlantique< und >Ile de France< bewundern, die damals von den Firmen Compagnie des Lampes , Siégel und Mildé in Auftrag gegeben wurden. Die logische, klare, aber immer mondäne Formensprache war für Ruhlmann charakteristisch. In der Qualität und Verarbeitung der Materialien kann man ihn nur mit den besten Kunsthandwerkern des 18. Jahrhunderts vergleichen.

Ruhlmann hat sich auch mit indirekter Beleuchtung beschäftigt. Für das Ankleidezimmer der Schauspielerin Jacqueline Francell, das 1929 im Herbstsalon ausgestellt wurde, sah er einen runden Plafond vor, der von drei übereinanderliegenden Gesimsen indirekt beleuchtet werden konnte. Dieses Beleuchtungsprinzip wiederholte er auf seinem Ausstellungsstand der Société des Artistes Décorateurs, und zwar mit sorgfältig abgestimmtem, farbigem Licht.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S.182-183

Bild: Guillaume Janneau, Le Luminaire, Art Deco Lampen 1925-1937, Arnold’sche Verlagsanstalt, 1992, S.123

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