Glossar

Raymond Subes

(1893-1970)

Der Kunstschmied Raymond Subes holte sich am Anfang seiner Laufbahn die Anregungen für seine Entwürfe nicht aus der Gegenwartskunst, sondern viel mehr aus dem Möbelstil Philippes. Als Jünger von Emile Robert vertrat er in den zwanziger Jahren weit mehr als die meisten seiner Kollegen ein traditionalistisches handwerkliches Bewusstsein. Erst von 1930 an lehnte sich sein Stil deutlich an die spartanischen, kantigen Formen des Art-Déco an.

Subes ist außerordentlich produktiv gewesen und arbeitete für einen exklusiven Kundenkreis. Seine Schmiedeeisenarbeiten fanden sich im französischen Pavillon der Internationalen Ausstellung von 1925, im Kolonialmuseum und in den drei Ozeanriesen >Normandie<, >Atlantique< und >Ile de France<. Für die Internationale Ausstellung von 1937 schuf er einen Brunnen im Radio Pavillon und eine Madonnenstatue für den Päpstlichen Pavillon.

Ergänzend zu seinen Schmiedeeisenausstattungen zeigte Subes von 1919 bis 1939 sein umfangreiches Lampensortiment bei den Ausstellungen des Herbstsalons und der Société des Artistes Décorateurs. Die Beleuchtungsobjekte waren ebenfalls in Schmiedeeisen gearbeitet, das patiniert, vergoldet oder verchromt wurde, um die Oberfläche zu variieren. Auch polierter Stahl, Bronze oder getriebenes Kupfer diente zur dekorativen Bereicherung. Für die Lampenschirme verwandte er Alabaster, levantinischen Marmor, gefrostetes Glas und in den frühen zwanziger Jahren auch bestickte Seidenschirme, die er von dem Salon Lehuché-Méry handarbeiten ließ.

In den Jahren 1920 und 1921 stellte Subes Nachttischlampen aus Marmor und Kupfer aus – eine Seltenheit für einen Kunstschmied, dem nach herkömmlicher Ansicht das Material verwehrte, kleine und kompliziert gestaltete Objekte herzustellen. Auch seine >Heizleuchtvase< von 1932 fand als Novität große Beachtung: Es war eine auf einen Heizkörper montierte Leuchtvase, die ihr Licht an die Decke warf. Seine illuminierten Vasen aus kannelierten und lackierten Säulen hatten in ihrer kühnen Einfachheit großen Erfolg.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S. 186-187

Bild: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, Bild 133

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