Glossar

Léon-Albert Jallot

(1874-1967)

Obwohl Léon-Albert Jallot von 1899 bis 1901 Direktor des Art Nouveau-Studios von Samuel Bing und Gründungsmitglied bei der ersten Ausstellung der Société des Artistes Décorateurs war, gehörte er zu den ersten, die das florale Ornament des Jugendstils wieder verwarfen und sich einem klassisch orientierten puritanischen Linearismus verschrieben. Die dekorative Wirkung sollte seiner Meinung nach eher aus dem Materialreichtum hervorgehen, als aus der wild wuchernden Silhouette, die die echte Form eines Objektes nur überlagerte. Bereits 1904 hat Jallot Möbel entworfen, deren einzige Dekorativwirkung im Kontrast von Holzmaserung, Perlmutt, Elfenbein und Rochenhautfurnier lag. Er blieb dieser Konzeption auch weiterhin treu, und daran änderte auch die Partnerschaft mit seinem Sohn Maurice (seit 1928) nichts.

Léon Jallots Abneigung gegen Ornamentik schlug sich im Laufe der Zeit auch in seinen Lampenentwürfen nieder. Bei der Ausstellung der Société des Artistes Décorateurs 1906 stellte er noch Lüster mit Zikaden, Seepferdchen und Tang aus, aber auch diese naturalistischen Motive verwarf Jallot später, um sich der indirekten Beleuchtung zuzuwenden. Vorher hatte er und sein Sohn etwa von 1927 an ganz zu indirekter Beleuchtung übergingen, delegierten sie die Entwürfe für Tischlampen und Lüster an Spezialisten wie Perzel, G. Fabre und Eugène Capon.

Maurice Jallot erläuterte 1930 in einem Artikel der Zeitschrift >Lux< ihre gemeinsamen Prinzipien: Ein Raum sei dann am besten beleuchtet, wenn die Lichtquellen verdeckt und nicht sichtbar seien! Als Illustration sah man zu diesem Artikel die indirekt beleuchtete Decke und das beleuchtete Vordach des Juweliergeschäfts Bielle in Algier. 1930 zeigte Jallot bei einer Ausstellung der Société des Artistes Décorateurs kannelierte Säulen, die von innen beleuchtet waren. 1928 entwarfen die Jallots für das Hôtel Radio in Paris beleuchtbare Pilaster, die den ganzen Raum aufhellten.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, 173.

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