Glossar

Genet und Michon

(Philippe Genet geb. 1882 Lucien Michon geb.1887-gest. 1963)

Genet und Michon nannten sich selbst Dekorateure und Hersteller, hatten sich aber fast ausschließlich auf Beleuchtung spezialisiert. Als Absolventen der Ecole Boulle konzentrierten sie sich seit 1922 hauptsächlich auf Pressglas, dessen Technik sie am perfektesten beherrschten. Dies war kein Zufall, sondern das Ergebnis intensiver Materialanalysen. Genet und Michon hatten herausgefunden, dass dickes Glas die Reflexion vervielfacht und das Licht dadurch intensiviert wird. Das Pressglas bot ideale Voraussetzungen für die Anwendung unterschiedlicher Glasstärken in einem Schirm. Um Pressglas herzustellen, wurden die Ausgangsmaterialien Soda, Silikat und Kreide auf 1300 Grad erhitzt und die so entstandene Glasmasse in eine Stahlform gegossen. Die anderen Zusätze dieser Glasmasse wurden streng geheimgehalten. Sie ermöglichten ein derart hervorragendes Ergebnis, dass Genet& Michon bis 1930 keinerlei Änderungen des Gemisches vornahmen. Es war absolut >achromatisch<, jedes Pigment hätte die Brillanz und Wärme des Lichtscheins beeinträchtigt. Lediglich eine nachträgliche Ätzung wurde zugelassen, dies aber nur, um einen >Lichthofeffekt< zu erzielen, oder, wenn mattierte Flächen gegen poliertes Kristallglas gesetzt werden sollten.

Weniger erfolgreich war die Firma mit ihren Lampen mit Glasperlen und Glasstäben; sie orientierte sich darin bei der Formgebung zu sehr am 19. Jahrhundert. Die Metallfassungen dieser Lampen aus ziselierter und patinierter Bronze, aus Chrom oder Schmiedeeisen waren immer so zurückhaltend und dünn wie möglich. Genet& Michon werden zwei Erfindungen zugeschrieben: G. Janneau sieht sie in seiner Abhandlung über die Lampen auf der Ausstellung von 1925 als die Erfinder der Lichtbordüren aus Glas, die in einem Raum als beleuchteter Fries ringsum angebracht waren. Gaston Varenne, ein Kritiker bei >Art et Décoration< zählt sie neben Lalique und Perzel 1926 zu den Erfindern der leuchtenden Kugeln aus Pressglas.

Genet und Michon haben sich während der zwanziger Jahre mit allen erdenklichen Formen der Beleuchtung auseinandergesetzt. Außer Lampen, Lüstern, Appliquen, beleuchtbaren Tischen haben sie auch Lichtfriese, Leuchtbausteine, Türstürze, Leuchtsäulen, Pilaster, Gesimse und Leuchtvasen gebaut. Sie stellten diese nicht nur durch die Société des Artistes Décorateurs (1922-1938) und im Herbstsalon (1922-1924) aus, sondern bei zahlreichen anderen Gelegenheiten:1924 bei einem großen Beleuchtungswettbewerb, dann bei einer Ausstellung in Monza, 1925 in Paris bei der großen Kunsthandwerksausstellung und 1937 wieder in Paris im Pavillon des Lichts. Darüber hinaus haben sie den Ozeanriesen >Normandie< ausgestattet.

Ihre ersten Motive aus überladenen Blumengebinden und Bündeln voller Trauben verschwanden in den frühen dreißiger Jahren und mit ihnen die rauhe Oberfläche, die das Pressglas anfangs noch aufwies.

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Das folgende Künstler Glossar: Maurice Dufrène

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S. 170-171.

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