Glossar

Louis Comfort Tiffany

(1848-1933)

Um die Jahrhundertwende schuf Louis Comfort Tiffany mit großer Virtuosität in Design und Technik ein so reiches Sortiment an Kunstobjekten, wie es die Welt seit dem Quattrocento nicht mehr erlebt hatte. Tiffany war als Sohn des bedeutenden und wohlhabenden New Yorker Silberschmieds Charles L. Tiffany mit finanziellen Mitteln ebenso gesegnet, wie er mit glänzenden Talenten, vielfältigen Ambitionen und unbegrenzter Energie begabt war.

Dieser Künstler sah das Licht stets als Problem der künstlerischen Gestaltung, nie nur als naturwissenschaftliches Phänomen an. Deshalb lehnte er die schlechte Qualität des damals erhältlichen Glases ab. Er hatte zuerst bei Louis Heidt, dann bei anderen Glashütten in Brooklyn eingekauft. Nun begann er mit eigenen Versuchen, um irisierende, marmorierte und leuchtende Effekte auf das Glas zu zaubern. In dieser Zeit entwickelte er das Zypriot-Glas, krakeliertes Glas und Lava-Glas, bekannt aber wurde er hauptsächlich durch das von ihm kreierte Favrile-Glas.

Tiffany-Lampen kann man allgemein in solche mit floralem und solche mit geometrischem Design einteilen. Die Motive der ersten Kategorie, stellen beispielsweise Pfingstrosen, Glycinen, Narzissen, Klatschmohn und Lotosblüten dar, während die geometrisch konzipierten Lampen oft mit sogenannten >Turtle-Back<-Gläsern und mit halbedelsteinartigem Glas verziert sind. Diese Dekorationselemente stehen in effektvollem Kontrast zum flachen Favrile-Glas. Die individuellen Glasstücke in ihrer Kupferfassung wirken, wenn das Licht reflektiert wird, wie Cloisonné-Email oder wie Plique-à-Jour, wenn die Lampe brennt. Tiffany gestaltete seine floralen Motive nach völlig anderen Prinzipien als beispielsweise Gallé oder Daum. Während diese ein Blumenmotiv als dekorative Vignette – die Lampe war ähnlich einer japanischen Malerei ausgeschmückt – wiedergaben, entwarf Tiffany seine Lampen als organische Einheit, wobei der Schirm die Funktion des Blütenstandes übernahm und der Bronzefuß den Stil oder die Wurzel verkörperten.

Obwogl Tiffany in Amerika über einen großen Kundenstamm verfügte, zu dem reiche Familien wie die Vanderbilts, Havemeyers, Mellows und sogar das Weiße Haus unter Präsident Chester Arthur gehörten, war er damals noch nicht international anerkannt. Noch 1901 wurden seine Arbeiten in der Zeitschrift >L’Art Décoratif< als >>Yankee-Kunst<< abgetan.

Erst heute wird seine Leistung weltweit im Kunsthandel gebührend gewürdigt.

Die Preise für Tiffany-Lampen stiegen in letzter Zeit ins Astronomische.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S.47-48

Diese Stehlampe im Tiffany-Stil finden Sie unter folgendem Link:

https://antiquitaeten-wiesbaden.de/antiquitaeten/lampen/stehlampe-tiffany/

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