Glossar

Desny

Bedauerlicherweise ist von dem umfangreichen Œuvre Desnys- dessen Vorname unbekannt ist- nur relativ wenig erhalten geblieben. In seinem architektonisch konzipierten Stil, der sich stark an Mies van der Rohe anlehnte, schuf Desny Silberwaren, Teppiche und- von 1928 bis 1931- Leuchtskulpturen und Lampen. So ist auch die Quintessenz der meisten Desny-Lampen >Architektur<: Die Lampen verstehen sich als Bestandteil eines ultramodernen Gebäudes. In einem Artikel der Zeitschrift >Lux< (1929) verwarf Desny entschieden die bis dahin gültigen Grundsätze für Beleuchtungsentwürfe. Seiner Auffassung nach war es falsch, einen Raum durch zentrierte Lichtquellen intensiv zu beleuchten, ebenso wie Lampen zu vermeiden waren, die blendeten. Seine Appliquen, Lüster und Stehlampen hatten deshalb Reflektoren, die die Glühbirne verdeckten und den Lichtstrahl projizierten. Wenn direktes Licht zum Lesen oder zum Beleuchten eines Gemäldes erforderlich war, empfahl Desny zu dieser Zeit bereits eine Art Punktstrahler. Seine Arbeitslampe, die im Entwurf an Le Chevalier erinnert, versah er mit einem verstellbaren Gelenk, sodass sie sich in der Höhe und in jeden beliebigen Winkel verstellen ließ. Ein Lüster für ein Büro war aus einem langen, rechtwinkligen Metallschirm konzipiert, der an zwei ausziehbaren Stäben so an der Decke angebracht werden konnte, daß er in der Höhe noch verstellbar war. Die Leuchtobjekte, die Desny in klarem Glas und Metall entwarf, hatten seiner Aussage nach keine andere Funktion, als eine dunkle Ecke aufzuhellen.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S.166-167

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