Glossar

Paul Follot

(1877-1941)

Nachdem Paul Follot fünfundzwanzig Jahre im Kunsthandwerk tätig gewesen war, übernahm er 1923 die Direktion des Kunst- und Entwurfsstudios Pomone, das dem Kaufhaus Bon Marché in Paris angeschlossen war. Seine Karriere hatte mit denen von Dufrène und Tony Selmersheim viel Ähnlichkeit. Alle drei Künstler waren überaus produktiv, entfernten sich jedoch, da sie auch administrative Verantwortung übernommen hatten, langsam immer mehr von der praktischen Entwurfsarbeit. Bevor Follot Pomone übernahm, hatte er zahlreiche Innenausstattung und Objekte im Herbstsalon und durch die Societé des Artistes Décorateurs ausgestellt, darunter auch seine Lüster und Stehlampen, die, mit Stoff- oder Glasschirmen versehen, auf lackierten Holz- oder schmiedeeisernen Füßen montiert waren. Die Schmiedeeisenarbeiten für Follot führte Edgar Brandt aus. 1925 erschienen einige Lampen von Follot im Pomone-Pavillon und in der Vorhalle zum französischen Pavillon. Sie trugen Schirme aus Alabaster, Onyx oder venezianischem Glas. Follots Stil war sehr stark vom Historismus geprägt, nicht umsonst hatte er eine besondere Vorliebe für die Präraffaeliten. Selbst in seinen kühnsten Entwürfen wirkt der >Style ‘25< nur wie eine Paraphrase konservativer Gesinnung. Vorherrschend war eine Mischung aus Tradition und Jugendstil. Seine bedeutendsten Beleuchtungsentwürfe stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S. 169-170.

Kontakt
Öffnungszeiten
  • Montag
    geschlossen
  • Dienstag - Freitag
    12:00 - 18:00 Uhr
  • Samstag
    10:00 - 16:00 Uhr