Glossar

Maurice Dufrène

(1876-1955)

Nach seiner Jugendstilphase übernahm Maurice Dufrène 1912 eine Professur an der Ecole Boulle de Paris. 1921 gründete er das Atelier La Maîtrise, das der Galerie Lafayette angeschlossen war. Dort entwarfen Designer sämtliche Gegenstände, die zur Verschönerung eines Innenraumes beitrugen: Keramiken, Steinzeug, Fayencen, Damaste, Möbel und Beschläge aller Art. Dufrène hatte seine Angestellten in die Konzeption und alle Details seines Schaffens eingeweiht, denn er selbst war so sehr mit der Verwaltungsarbeit beschäftigt, dass er immer weniger Zeit fand, sich an den Zeichentisch zu stellen. Bevor Dufrène sein Atelier gründete, hatte er in den zwanziger Jahren Lampen auf vergoldeten oder gegossenen Sockeln mit Schirmen aus netzartiger Seide und Taft entworfen, an denen Seidenquasten und Ringe aus Speckstein befestigt waren. Für die Lampenschirme benutzte er Seide, weil sie, wie er meinte, der durchscheinenden Wirkung der Glasschirme entsprach und weil Glas nach dem Krieg schwierig zu bekommen war. Als Direktor delegierte er die Entwurfsarbeit später meist an andere Künstler, so an Adnet, Chevalier, Pouchol, Bodio Englinger, auch an die Firmen Labadio und La Compagnie des Arts Français. Jacques Adnet betraute er beispielsweise mit dem Entwurf extrem moderner Beleuchtungskörper funktionalistischer Art, auf der anderen Seite standen ihm auch die konventionellen und unpretentiösen Arbeiten eines Bodio zur Verfügung, der vor allem Stoffschirme entwarf. Auch indirekte Beleuchtungsformen wie Leuchtstreifen, langgezogene Lichtbänder oder abgetreppte Glasdecken kamen bei Dufrène heraus.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S. 168.

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