Glossar

Damon

Damon lehnte die Verwendung des gewöhnlichen Pressglases für Lampen ab und ließ diese Glastechnik nur bei rein architektonisch eingesetzter Beleuchtung gelten. Er zog es vor, sich zunächst auf das für Beleuchtungszwecke nicht so gut geeignete gefrostete Glas zu konzentrieren. Für Lampenschirme war dieses Glas deshalb nicht so gut geeignet, weil man die Glühbirne als Lichtquelle von außen deutlich erkennen konnte. Bei einigen Entwürfen ging man darum dazu über, zwischen der Lichtquelle und dem Glasschirm eine matte Blendschutzscheibe einzusetzen. Da jedoch die Blendschutzscheibe das Licht weder reflektierte noch ausreichend durchscheinen ließ, wurde eine ansonsten brauchbare Leselampe dadurch zu einem schummrigen Nachtlicht.

Damon erzielte ein befriedigenderes Ergebnis, als er Blendschutzscheibe und Lampenschirm miteinander verschmolz. Er ließ dafür Glas herstellen, das von innen transparent emailliert und auf der Außenseite gefrostet war. Der Lampenschirm war nun durchsichtig und gewährte gleichzeitig eine gute Lichtstreuung, war aber auch so mattiert, dass man die Lichtquelle nicht mehr erkennen konnte. In Verbindung mit kristallklarem Glas war es möglich, interessante Oberflächenkontraste zu schaffen, die aus der Gegenüberstellung des lebendigen Kristalls und der mattierten Flächen entstanden. Dieses >Verre émaillé diffusant< war in Metallfassungen aus vergoldeter oder versilberter Bronze, Chrom oder vernickeltem Kupfer montiert.

Damon selbst entwarf Lampen, übernahm aber auch Entwürfe anderer Künstler. Zu diesen zählte Boris-Jean Lacroix, der hier gesondert besprochen wird. Weitere Entwürfe lieferten Gorinthe, André Roy, André Basompierre, Georges Martin, Daniel Stéphan und Jean Baignères. Als Verfechter einer funktionalen Beleuchtung bot Damon alle Lampentypen an, unter anderem auch Leuchtvasen, Beleuchtungskörper für Eingangshallen und >Bouts-de Table<. In seiner Verbindung von Glas und Metall lagen eine gediegene Eleganz und der Versuch, die Schönheit mit der Funktion in Einklang zu bringen.

Quelle: Alastair Duncan, Lampen Lüster Leuchter, Jugendstil Art Déco, Prestel-Verlag, München 1979, S. 164.

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