Art Déco Deckenlampe „Simonet Frères“
Nr. 2809 | 6.800,-- Euro
Imposanter großer Art Déco Deckenleuchter
Simonet Frères Paris zugeschrieben
Um 1930.
Bronze versilbert und zaponiert
Bronze ziseliert und mit geometrischem Dekor verziert.
6 Glaskugeln
Höhe: 110 cm
Durchmesser: 80 cm
Simonet Frères gehört zu den bemerkenswerten französischen Leuchtenfirmen des Art Déco. Die Arbeiten der 1920er und 1930er Jahre verbinden fein gearbeitete Montierungen aus Bronze, Messing oder vernickeltem Metall mit kunstvoll gestaltetem Press- und Satinierglas. In Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Henri Dieupart entstanden Leuchten von hoher skulpturaler Qualität, die die Eleganz und formale Disziplin des französischen Art Déco in exemplarischer Weise verkörpern.
Französischer Art Déco Deckenleuchter von Simonet Frères, Paris, um 1930
Dieser außergewöhnliche Deckenleuchter der Pariser Manufaktur Simonet Frères verkörpert in eindrucksvoller Weise die Eleganz und formale Strenge des französischen Art Déco der späten 1920er und frühen 1930er Jahre.
Die traditionsreiche Firma Simonet Frères, ansässig in der Rue des Archives in Paris, war seit dem frühen 20. Jahrhundert auf die Herstellung hochwertiger Beleuchtungskörper und fein gearbeiteter Bronzemonturen spezialisiert. Besonders charakteristisch ist die Verbindung von metallischer Präzision mit kunstvoll gestalteten Gläsern aus gepresstem und satiniertem Glas, häufig in Zusammenarbeit mit renommierten Künstlern jener Zeit .
Der vorliegende Leuchter besticht durch seinen architektonisch aufgebauten Korpus:
Die vertikal aufstrebenden, strengen Streben verleihen der Leuchte eine fast kathedralartige Wirkung, während die stilisierten, nach oben geführten Metallblätter den Übergang vom funktionalen Objekt zur skulpturalen Form markieren. Diese dynamische Linienführung ist typisch für die Hochphase des Art Déco, in der geometrische Klarheit und dekorative Raffinesse zu einer harmonischen Einheit verschmelzen.
Die sechs kugelförmigen Lampenschirme aus fein strukturiertem, satiniertem Pressglas erzeugen ein angenehm diffuses, warmes Licht. Solche Gläser waren ein zentrales Gestaltungselement der Pariser Lichtkunst jener Zeit und unterstreichen die luxuriöse, zugleich moderne Ausstrahlung der Leuchte .
Besonders hervorzuheben ist der reich gestaltete Mittelabschluss mit ornamentalem Reliefdekor, der dem Leuchter eine zusätzliche plastische Tiefe verleiht und ihn deutlich über rein funktionale Beleuchtung hinaushebt. Die vernickelte bzw. silbrig gefasste Bronze verleiht dem Objekt jene elegante Kühle, die für hochwertige französische Art Déco Leuchten charakteristisch ist.
Insgesamt handelt es sich um ein herausragendes Beispiel französischer Lichtgestaltung um 1930 – ein Objekt, das gleichermaßen durch seine künstlerische Qualität wie durch seine repräsentative Wirkung überzeugt und sich ideal in anspruchsvolle Interieurs einfügt.
Geschichte der Manufaktur
Simonet Frères zählt zu jenen französischen Leuchtenherstellern, die den Übergang vom dekorativen Kunstgewerbe der 1920er Jahre zur reifen Formensprache des Art Déco besonders überzeugend verkörpern. Auf dem Kunstmarkt erscheint die Firma als französischer Hersteller beziehungsweise Éditeur von Leuchten und Kronleuchtern der 1920er und 1930er Jahre; überlieferte Stücke sind vor allem in Messing, Bronze, vernickelter Bronze sowie mit gepresstem, satiniertem oder patiniertem Glas ausgeführt.
Kennzeichnend für Simonet Frères ist die Verbindung von technischer Präzision und ornamentaler Eleganz. Die Metallmontierungen wirken meist streng, klar gegliedert und architektonisch, während die Gläser einen weicheren, lichtmodulierenden Gegenpol bilden. Gerade darin zeigt sich ein wesentliches Merkmal französischer Art-Déco-Leuchten um 1930: Nicht mehr das üppige, bewegte Dekor des Jugendstils steht im Vordergrund, sondern die kontrollierte Synthese aus Geometrie, Materialwirkung und stilisierter Naturform.
Besonders aufschlussreich ist die wiederholt belegte Zusammenarbeit von Simonet Frères mit dem Bildhauer Henri Dieupart. Markt- und Objektquellen nennen Dieupart als Entwerfer einzelner Modelle; bei einer seltenen veilleuse um 1930 werden ausdrücklich stilisierten Lotusblätter und Muschelformen als Dekor genannt. Zugleich wird dort vermerkt, dass Dieupart mit Albert Simonet an solchen Art-Déco-Stücken zusammenarbeitete und diese in der Cristallerie de Choisy-le-Roi gefertigt wurden.
Gerade diese Verbindung ist kunsthistorisch besonders interessant: Simonet Frères steht damit nicht nur für einen Leuchtenfabrikanten, sondern für ein typisches französisches Netzwerk aus Éditeur, Entwerfer und Glasproduktion, wie es für die luxuriöse Innenausstattung der Zwischenkriegszeit charakteristisch war. Die Leuchte wurde im Art Déco zu einem Gesamtkunstwerk aus Skulptur, Architektur und Lichtregie. Simonet-Frères-Modelle zeigen deshalb häufig nicht bloß funktionale Beleuchtung, sondern eine bewusst inszenierte Lichtplastik.
Stilistisch bewegen sich die bekannten Arbeiten von Simonet Frères zwischen floraler Stilisierung und kubisch-architektonischer Strenge. So finden sich einerseits dekorative Glasformen mit Blatt- oder Palmendekor, andererseits strengere, fast konstruktive Lösungen, wie sie für die frühen 1930er Jahre typisch sind. Ein auf dem Markt dokumentierter Kronleuchter von etwa 1930 wird mit zwölf Gläsern mit Palmenmotiv und einem zentralen Glas mit floralem Dekor beschrieben; ein weiteres großes Modell von etwa 1935 verbindet versilberte Bronze mit satinierten Formgläsern. Diese Spannweite macht deutlich, wie Simonet Frères innerhalb des Art Déco zwischen dekorativer Raffinesse und moderner Sachlichkeit vermittelte.
Aus heutiger Sicht besitzen Leuchten von Simonet Frères vor allem deshalb Bedeutung, weil sie exemplarisch für den französischen Luxusgeschmack der Zwischenkriegszeit stehen: hochwertige Metallverarbeitung, die enge Verzahnung mit künstlerisch gestalteten Gläsern und eine Formensprache, die Licht nicht nur technisch einsetzt, sondern atmosphärisch und repräsentativ inszeniert. In diesem Sinne sind Simonet-Frères-Leuchten nicht nur Gebrauchsobjekte, sondern wichtige Zeugnisse jener Epoche, in der Paris und Frankreich international als Zentrum eleganter moderner Innenkultur galten.
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