Art Déco Vase Löwenvase von Pierre D’Avesn

Nr. 2839 | 3.300,--Euro
Schwarz lackierte signierte große Vase von Pierre D'Avesn
Schreitende Löwen auf derSchwarz lackierten signierte großen Vase von Pierre D'Avesn
Schwarz lackierte signierte große Vase von Pierre D'Avesn
Signatur von Pierre D'Avesn
Vase von oben mit zylindrischen Kreisen
Vasenhals
Schwarz lackierte signierte große Vase von Pierre D'Avesn
Schwarz lackierte signierte große Vase von Pierre D'Avesn
Schwarz lackierte signierte große Vase von Pierre D'Avesn
Schwarz lackierte signierte große Vase von Pierre D’Avesn

Art Déco Löwenvase signiert

Pierre D’Avesn ,Paris 1901 -1990

Frankreich um 1930.

Schwarz satiniertes Pressglas mit einem umlaufenden Fries von schreitenden Löwen.

Auf rundem Sockel stehend.

An der Unterseite signiert

Höhe: 22 cm | Durchmesser: 12 cm   

Große Art-Déco-Vase mit Löwenfries von Pierre d’Avesn
Frankreich, um 1930, aus formgepresstem Glas gefertigt und schwarz lackiert. Die breite Gefäßform, das kraftvolle Tierdekor und die geometrisch abgestuften Partien an Hals und Fuß verleihen der Vase ihre markante Erscheinung und zeigen deutlich die Formensprache des französischen Art Déco.
Im Mittelpunkt der Gestaltung steht der umlaufende Fries aus stilisierten Löwen, der plastisch aus der Gefäßwand hervortritt. Die Tiere sind nicht naturalistisch wiedergegeben, sondern mit vereinfachten, kraftvollen Körperformen, markanten Köpfen und langen geschwungenen Schwänzen dargestellt. Durch die Wiederholung des Motivs entsteht ein rhythmisches Dekor, das sich über den gesamten Vasenkörper fortsetzt.
Einen wirkungsvollen Gegenpol zum Tierrelief bilden die mehrfach abgestuften, konzentrischen Ringe oberhalb und unterhalb des Frieses. Der kräftige Rundfuß und die weit ausgebildete Mündung greifen diese horizontale Gliederung auf und geben der Vase ihre charakteristische Silhouette. Die schwarze Lackierung vereinheitlicht die Oberfläche und hebt durch Licht und Schatten die plastische Modellierung der Löwen sowie die gestuften Konturen besonders schön hervor.
Die Vase wurde in formgepresstem Glas (verre moulé-pressé) ausgeführt, einer Technik, die in der französischen Kunstglasproduktion der 1920er- und 1930er-Jahre eine bedeutende Rolle spielte und die Umsetzung ausgeprägter Reliefdekore unmittelbar im Glas ermöglichte.
Pierre d’Avesn (1901–1990) war ein französischer Glasgestalter, der bereits in jungen Jahren für René Lalique arbeitete. Anfang der 1930er-Jahre war er für Daum in Nancy tätig und arbeitete später auch für Verlys. Seine Entwürfe verbinden häufig plastisch ausgearbeitete Tier- und Naturmotive mit der klaren, geometrischen Formensprache des Art Déco.              

Signierte Löwenvase von Pierre D’Avesn

Pierre d’Avesn (1901–1990)

Pierre d’Avesn – französischer Glaskünstler des Art Déco

Pierre d’Avesn war ein bedeutender französischer Glaskünstler und Designer des 20. Jahrhunderts. Er wurde 1901 unter dem bürgerlichen Namen Pierre Girre geboren. In einigen Quellen findet sich auch die Schreibweise Pierre Gire. Unter seinem Künstlernamen Pierre d’Avesn entwarf er vor allem Vasen, Schalen, Leuchten und dekorative Glasobjekte.

Seine Arbeiten zeichnen sich durch elegante Formen, plastische Reliefs und eine hohe handwerkliche Qualität aus. Besonders bekannt wurde er für seine Entwürfe aus Pressglas, Opalglas und farbigem Glas. Heute gehören seine Werke zu den gesuchten französischen Glasobjekten des Art Déco.

Frühe Jahre bei René Lalique

Bereits im Alter von etwa 14 Jahren begann Pierre d’Avesn seine berufliche Laufbahn im Unternehmen von René Lalique. Dort lernte er den gestalterischen und technischen Umgang mit hochwertigem Kunstglas.

Rund zehn Jahre lang arbeitete er für Lalique. In dieser Zeit sammelte er wichtige Erfahrungen bei der Entwicklung von Modellen und Formen für die serienmäßige Herstellung von Glasobjekten. Mehrere bekannte Lalique-Entwürfe, darunter die Vasen „Serpents“ und „Tourbillons“, werden Pierre d’Avesn zugeschrieben.

Die Arbeit bei René Lalique prägte seinen späteren Stil. Dennoch entwickelte Pierre d’Avesn bald eine eigene Formensprache. Sie war kraftvoll, plastisch und zugleich von der klaren Eleganz des französischen Art Déco bestimmt.

Eigene Entwürfe und die Cristallerie de Saint-Rémy

Um 1926 verließ Pierre d’Avesn das Unternehmen Lalique und arbeitete fortan als selbstständiger Entwerfer. Seine Modelle ließ er unter anderem von der Cristallerie de Saint-Rémy herstellen.

In dieser Phase entstanden zahlreiche Vasen, Schalen und dekorative Objekte. Viele dieser Arbeiten tragen die Signatur „P. d’Avesn“. Heute erleichtert diese Signatur die Zuordnung seiner Werke. Allerdings wurden nicht sämtliche Entwürfe mit seinem Namen gekennzeichnet.

Pierre d’Avesn und Daum Frères

Um 1930 übernahm Pierre d’Avesn eine leitende künstlerische Aufgabe bei Daum Frères. Er arbeitete in der Glasmanufaktur von Croismare bei Lunéville. Dort war er an der Entwicklung einer neuen Produktion von hochwertigem Pressglas beteiligt.

Die Erzeugnisse dieser Manufaktur wurden unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten. Dazu gehörten unter anderem „Lorrain“, „Val“ und „Verreries de Belle-Étoile“. Bedeutende Entwürfe durfte Pierre d’Avesn jedoch mit seinem eigenen Namen signieren.

Seine Arbeiten aus dieser Zeit verbinden geometrische Formen mit stark ausgeprägten Reliefs. Häufig zeigen sie stilisierte Blumen, Blätter, Vögel, Fische oder andere Tiere. Mattierte und klare Glasflächen erzeugen dabei ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten.

Tätigkeit für Verlys

Nach seiner Zeit bei Daum wechselte Pierre d’Avesn zu Verlys, einer bedeutenden französischen Glasmanufaktur in Les Andelys. Etwa von 1937 bis 1940 leitete er dort den künstlerischen Bereich.

Verlys war besonders für dekoratives Pressglas und opalisierendes Glas bekannt. Pierre d’Avesn entwickelte für die Manufaktur zahlreiche elegante Modelle. Seine Entwürfe zeigen häufig Naturmotive, die stark vereinfacht und plastisch ausgearbeitet wurden.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs endete diese Tätigkeit. Pierre d’Avesn arbeitete anschließend wieder selbstständig und ließ verschiedene Modelle in der Cristallerie de Choisy-le-Roi herstellen.

Spätere Arbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Pierre d’Avesn seine Arbeit als Glasdesigner fort. Später war er auch für die Glasmanufaktur Vannes-le-Châtel tätig. Dort entstanden sowohl neue Entwürfe als auch Arbeiten nach älteren Modellen.

Seine lange berufliche Laufbahn umfasste damit mehrere Jahrzehnte. Sie führte ihn zu einigen der wichtigsten Namen der französischen Glasherstellung: René Lalique, Daum Frères, Verlys, Choisy-le-Roi und Vannes-le-Châtel.

Pierre d’Avesn starb 1990.

Stil und typische Merkmale

Die Glasarbeiten von Pierre d’Avesn verbinden die Eleganz des Art Déco mit einer ausgeprägten plastischen Gestaltung. Typisch sind kräftige Reliefs, symmetrische Formen und dekorative Motive aus der Natur.

Zu seinen bevorzugten Motiven gehören:

  • stilisierte Blüten und Blätter
  • Vögel, Fische und Gazellen
  • geometrische Ornamente
  • weibliche Figuren
  • strukturierte und mattierte Oberflächen

Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel von transparentem, satiniertem und opalisierendem Glas. Je nach Lichteinfall verändern sich die Wirkung und die räumliche Tiefe der Dekore.

Signaturen und Zuschreibungen

Authentische Arbeiten können mit „P. d’Avesn“, „d’Avesn“ oder „P. d’Avesn France“ signiert sein. Daneben existieren Entwürfe, die unter den Namen der ausführenden Glasmanufakturen verkauft wurden.

Deshalb ist eine fehlende Signatur nicht automatisch ein Beweis gegen eine Urheberschaft. Bei der Bestimmung sind auch Form, Glasqualität, Herstellungsart und Dekor wichtig. Ebenso sollten alte Verkaufskataloge und bekannte Modellnummern berücksichtigt werden.

Bedeutung für das französische Kunstglas

Pierre d’Avesn zählt neben René Lalique und Marius-Ernest Sabino zu den wichtigen Gestaltern des französischen Pressglases. Seine Entwürfe trugen wesentlich dazu bei, hochwertiges Kunstglas einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Seine Arbeiten verbinden künstlerischen Anspruch mit moderner Herstellung. Dadurch stehen sie beispielhaft für die französische Glaskunst der 1920er- und 1930er-Jahre.

Originale Glasobjekte von Pierre d’Avesn werden heute international gesammelt. Besonders gefragt sind seltene Vasen, opalisierende Schalen, Tierdarstellungen und gut erhaltene, signierte Arbeiten aus der Zeit des Art Déco.

Art Déco bei RSA Wiesbaden

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