Glossar

De Coene Frères 

Joseph François De Coene (1875-1950) war ein Unternehmer aus Courtrai, der einen bedeutenden Beitrag zum flämischen Kunsthandwerk leistete. Er war der älteste Sohn des Polsterers Adolphe De Cone und der Malerin Coralie Tavernier aus Gent. 1905 traten sein Bruder Adolf und seine Schwäger Arthur Deleu und Marcel Brunein dem Unternehmen bei, das sie „De Coene Frères“ nannten.

Die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs führten zu einem erheblichen Nachholbedarf an Tischlerei- und Zimmereiarbeiten. De Coene Frères nutzte diese Gelegenheit schnell aus. Trotz des schnellen Erfolgs strebte Joseph De Coene nach Höherem. 1921 ging er mit De Win auf eine Studienreise in die USA. Wieder zu Hause entwickelte er eine Serienproduktion von Möbeln aus laminiertem Holz und nahm an internationalen Ausstellungen teil: Mailand, Paris, Roubaix, Brüssel. Die innovativen Möbel aus ihren Werkstätten erhielten mehrere Preise und Medaillen! Nach einigen Jahren benannte sich das Unternehmen in „Kortrijkse Kunstwerkstede Gebroeders De Coene“ um. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg beschäftigte das Unternehmen fast 3.000 Mitarbeiter und die „Kunstwerkstede“ war an der Spitze der europäischen Holzmöbelproduktion.

Der überschäumende De Coene war ein ausgezeichneter Netzwerker. Von 1922 bis 1940 öffnete er die Türen seines Hauses für die wöchentlichen „Montagstische“. Zu den Stammgästen zählten nicht nur regionale Freunde wie Stijn Streuvels, Willem Putman oder Albert Saverys, sondern auch Herman Teirlinck, August Vermeylen, Jef van Hoof und Henry van de Velde. Letzterer war so etwas wie ein geistiger Vater für die „Kunstwerkstede“ und man konnte ihn regelmäßig in ihrer Fabrik antreffen. An diesem Ort empfing De Coene auch internationale Designer: Marcel Breuer, Harry Bertoia, Mies van der Rohe oder Eero Saarinen.

Quelle: https://designaddict.com/designer/de-coene-freres-2/

 

Schreibtisch-1940-Mahagoni-De Coenen

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